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geplanter Rheinboulevard (Urplanung) Bild aus http://www.report-k.de/content/view/29984/ Grafik: Panorama ?

Näheres zu Wettbewerb und nicht realisiertem  "Konkurrenzentwurf" siehe http://europaconcorsi.com/projects/25859-Rheinboulevard-K-ln

 

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Zitat aus dem von mir verfassten Artikel aus Wikipedia Deutz:

Rheinboulevard

Im Rahmen der Planung einer neuen Rheinufergestaltung, des Rheinboulevards, wurden am Rheinufer geschichtliche Zeugnisse von der Römerzeit bis heute entdeckt, die in dieser Folge und Konzentration eine Besonderheit in Deutschland darstellen. Sie sollen daher in Zusammenarbeit der Stadt Köln[5] mit Bürgern, verschiedenen Gruppen und Initiativen [6] [7] [8] auch weitgehend in einen Historischen Park Deutz eingebunden werden,[9]wobei die Diskussion trotz Baubeginn noch nicht abgeschlossen ist. Eine Bürgerinitiative legte hierfür nach einer Bürgerversammlung und Podiumsdiskussion neue Vorschläge [10] vor: Gefunden wurden bei den Arbeiten insbesondere:

  • Turm- und Mauerreste des römischen Kastells
  • Fundamente der Kirche Alt St. Urban
  • Grabstätten
  • mittelalterlicher Wehrturm
  • Drehscheide der Bergischen-Märkischen Eisenbahngesellschaft
  • Bahndammmauern der Bergischen-Märkischen Eisenbahngesellschaft
  • Tunnel der Liliputbahn

siehe auch

  • Bericht Baubeginn Rheinboulevard [11]
  • Bericht Archäologen legen 1.700 Jahre altes Kastell am Deutzer Rheinufer frei [12]
  • Bericht Freie Sicht auf die Postkartenseite [13]
  1. Illustrierte Geschichte von Deutz, Kalk, Vingst und Poll, Peter Simons, Nagelschmidt, Köln- Deutz 1913, S.1
  2. Illustrierte Geschichte von Deutz, Kalk, Vingst und Poll, Peter Simons, Nagelschmidt, Köln- Deutz 1913, S.3f
  3. Josef Dollhoff: Die Kölner Rheinschiffahrt. Bachem Köln 1980, S. 44f
  4. Poller Heimatmuseum, Deutz, Deutzer Geschichte/n, Deutzer Bahnhöfe[1]
  5. Stadt Köln, Rheinboulevard [2]
  6. Netzwerk Bürger-fuer-Baeume, Rheinboulevard [3]
  7. fortis colonia [4]
  8. Griechisch-Othodoxe Kirchengemeinde [5]
  9. Panorama Rheinboulevard [6]
  10. Poller Heimatmuseum, Deutz, Rheinboulevard[7]
  11. http://www.report-k.de/content/view/29984/
  12. http://www.report-k.de/content/view/32557/127/
  13. http://www.ksta.de/html/artikel/1246883658744.shtml

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Die Stadt Köln schreibt hierzu auf ihrer offiziellen Seite http://www.stadt-koeln.de/4/regionale2010/projekte/01264/:

"Rheinboulevard

Der Rheinboulevard wird ein Ort der Begegnung, wo Menschen gemächlich gehen, sich bewegen, sich präsentieren und sich vergnügen.Ziel ist, das rechte Rheinufer als Rheinboulevard zu gestalten, zwischen Severinsbrücke und Deutzer Hafen im Süden sowie Rheinpark und Tanzbrunnen im Norden.

Erster Spatenstich am 21. Juni 2010 

Brückenschlag zwischen den Stadthälften

Den Brückenköpfen von Deutzer Brücke, Hohenzollernbrücke und Severinsbrücke und damit den Querverbindungen über den Rhein kommt hohe Bedeutung zu.

Der rechtsrheinische Rheinboulevard korrespondiert mit dem linksrheinischen Stadtpanorama und dem Rheingarten. Damit wird der Rhein zum Stadtraum und verbindet die beiden Stadthälften.

Der Rhein als Mittelpunkt der Region

Die räumliche Konzentration auf den Rhein soll dazu beitragen, den Prozess, die Bewegung, eben den Fluss als Metapher für die gesamte Region zu thematisieren. Gleichzeitig soll der Rhein erfahrbar werden als


  • zentrale Achse,
  • Linie der Trennung und der Verbindung,
  • Kulisse und Bühne aller Akteurinnen und Akteure,
  • Ort der Gesamtschau und des Zusammentreffens aller Handlungsfelder,
  • der Querschnitt der Region greifbar, fassbar.

Das Projekt passt sich ein in Maßnahmen und Planungen zur Entwicklung und Gestaltung des rechtsrheinischen Köln und führt das rechtsrheinische Stadtgebiet an den Rhein. Es nimmt darüber hinaus Bezug auf die regionalen Grünprojekte „RegioGrün". 2007 wurde ein kooperativ- landschaftsplanerischer Wettbewerb für den Rheinboulevard durchgeführt.

Weitere Informationen

Wenn Sie noch Fragen haben, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf

Telefon: 0221 / 221-22572

E-Mail an das Grünflächenamt "

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In Broschüre wird das Projekt mit Zeichnungen und Photos näher beschrieben: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/regionale/12.pdf


"Rheinboulevard
Der Rhein ist das Rückgrat der Region. Er ist das verbindende Element in der Region und über die Region hinaus. Auf dem schmalen Grat zwischen Wasser und Böschungen, Mauern und Häusern treibt die Anziehungskraft des Rheins die Menschen zusammen. Der Rheinboulevard ist ein Ort der Begegnung, wo Menschen ge-mächlich gehen, sich bewegen, sich präsentieren und sich vergnügen.Das Ziel ist die Entwicklung und Gestaltung des rechtrheinischen Rheinufers zwischen Severinsbrücke I Uferkante Deutzer Hafen im Süden und Eingang Rheinpark I Tanzbrun-nen im Norden als Rheinboulevard. Den Brückenköpfen von Deutzer Brücke, Hohenzollernbrücke und Severinsbrücke und damit den Querverbindungen über den Rhein kommt hohe Bedeutung zu. Damit wird der Rheinboulevard auch zum Brückenschlag zwischen den beiden Stadthälften Kölns.Der rechtsrheinische Rheinboule-vard korrespondiert mit dem links-rheinischen Stadtpanorama und dem Rheingarten.
Damit wird der Rhein zum Stadt-raum und verbindet die beiden Stadthälften.Die räumliche Konzentration auf den Rhein, den Fluss, das überre-gional und international bekannte „Markenzeichen“, soll dazu beitra-gen, den Prozess, die Bewegung, eben den Fluss als Metapher für die gesamte Region zu thematisieren. Gleichzeitig soll der Rhein als zen-trale Achse, als Linie der Trennung und der Verbindung, als Kulisse und Bühne aller Akteure, als Ort der Gesamtschau und des Zusammen-treffens aller Handlungsfelder, als der Querschnitt der Region greifbar, fassbar, erfahrbar werden.Das Projekt Rheinboulevard ori-entiert sich an übergeordneten freiraumplanerischen Konzepten für die Stadt und die Region.
Ein Projekt im Rahmen der Regionale 2010
Das Projekt versteht sich als Teil des Kölner Grünsystems und korrespon-diert mit den landschaftsplanerischeZielen für die Kölner Innenstadt.Das Projekt passt sich ein in Maßnah-men und Planungen zur Entwicklung und Gestaltung des rechtsrheini-schen Köln und führt das rechtsrhei-nische Stadtgebiet an den Rhein.Es nimmt darüber hinaus Bezug auf die regionalen Grünprojekte„RegioGrün“ im Rahmen der Regionale 2010.

Ein Projekt im Rahmen der Regionale 2010
Von April bis September 2007 wurde ein kooperativ landschaftsplanerischer Wettbewerb für den Rheinboulevard durchgeführt. Die Abbildungen zeigen die Vorschläge des 1.Preisträgers, Büro Planorama, Berlin, als Grundlage des weiteren Entwurfsprozesses und für die Realisierung.


Ein Projekt im Rahmen der
Impressum
Der OberbürgermeisterAmt für Landschaftspflege und GrünflächenAmt für Stadtentwicklung und StatistikAmt für Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitDruck:Druckhaus GarciaGestaltung:KARIBOO - Jens HeinleinAgentur für Marketing, Design und Serviceswww.kariboo.deBildnachweis:Stadt Köln KARIBOO - Jens Heinlein Volker DennebierPlanorama, Berlin13/67/15/500/12.07"

 

 

 

 (Foto: Cora Finner)

Dies und weitere interessante Bilder von den Ausgrabungen sind zu sehen unter:

http://www.koeln.de/bilder/kategorie/diverses/galerie/ausgrabungenrheinboulevard/

 

 

 

 

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Die BiD hat hat hierzu nach der letzten Podiumsdisskussion am 13.01.2011 im Bürgerzentrum Deutz folgende PM herausgegeben:

BÜRGER FÜR DIE ERHALTUNG DES KULTURELLEN ERBES IN DEUTZ

Große Einigkeit bei Bürgerschaft, Parteien, Kirchen und Vereinen :
Die historische und geschichtliche Bedeutung der Schätze von Deutz ist enorm !

Podiumsdiskussion der BID am 13.01.2011
Die Initiative Bürger für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Deutz (BID) lud Bürger und
Vertreter aus Politik und Kultur am Donnerstagabend zu ihrer 2. Podiumsdiskussion mit dem
Thema: „Historischer Park Deutz – vielfältige Chance und historische Verpflichtung!“ ins Jugend- &
BürgerZentrum Deutz ein.
Trotz Hochwassers und Dauerregen konnte Thomas-Georg Tremblau, Sprecher der „BID“, über 120
Teilnehmer begrüßen, was im Vergleich zu der ersten Podiumsdiskussion vom 29.11.2010 ein
deutlich wachsendes Interesse der Bevölkerung an diesem Thema zeigt. Besonders auffallend war
hierbei auch die verstärkte Teilnahme der politischen Parteien.
Professor Dr. Klaus Militzer, Historiker an der Universität Bochum und Mitarbeiter i.R. des Kölner
Stadtarchives erläuterte in seinem Referat die große historische Bedeutung und den geschichtlichen
Wert der Ausgrabungen von Deutz. Anschließend sprach Frau Jutta A.H. Geurten, als stellvertretende
Leiterin des Gemeindevorstandes der Griechisch-Orthodoxen-Kirchengemeinde in Alt
St. Heribert, über die historische Bedeutung der archäologischen Funde für die Griechisch-Orthodoxe-
Kirche.
„Das römische Kastell Divitia war der Nucleus
des rechtsrheinischen Köln“

Zitat : Dr. Marcus Trier, kom. Leiter des Römisch-Germanischen Museums in Köln,
anlässlich der Podiumsdiskussion der „BID“ am 13.01.2011 (Nucleus : lat. für Zellkern, Zellkörper, Keimzelle)


Dr. Marcus Trier, Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege, stellte im Folgenden die aktuellen Zwischenergebnisse der bisherigen Ausgrabungen am Deutzer Rheinufer noch einmal vor:


Auf dem Areal des ehemaligen Römerkastells des frühen 4. Jahrhunderts befinden sich 1700 Jahre
Deutzer Geschichte. Es ist Keimzelle des rechtsrheinischen Köln und dieses Stadtteils und seiner
Identität: Hier liegen die Grundmauern der ältesten Deutzer Pfarrkirche Alt St. Urban (9 Jh.), der
mittelalterliche Wehrturm der Grafen von Berg (?), die alten Gewölbekeller der im 11. Jahrhundert,
durch den als Heiligen verehrten Kölner Erzbischof Heribert, gegründeten gleichnamigen Abtei,
Wirkungsstätte des großen mittelalterlichen Theologen und Mystikers Rupert von Deutz, die Preußische
Garnison und der Kopfbahnhof der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn. Die Archäologen, so Dr.
Trier, waren überrascht über den Umfang der Funde aus den verschiedenen Epochen und deren
unerwartet guten Erhaltungszustand. Im Frühjahr 2011 werden die Grabungen auf ein Areal von
4000 m² ausgedehnt.
Für den weitgehenden Erhalt und für die Sichtbarmachung dieser urbanen Keimzelle von Deutz
setzt sich die BID ein. Auch mit einer Unterschriftenaktion zum Erhalt dieser archäologischen
Schätze hat die BID die bürgerliche Sensibilität für den Erhalt der Ausgrabungen geweckt. Insgesamt
2.517 Unterschriften konnten dem Oberbürgermeister bereits im Oktober und Dezember
2010 übergeben werden. Dem Engagement der BID ist mit zu verdanken, dass die neue Hochwasserschutzwand nicht durch den mittelalterlichen Wehrturm verläuft, sondern diesen ausspart. Auch
konnte im Oktober 2010 die Zusage der Stadt erreicht werden, die geplante Breite dieser Schutzwand
im Grabungsfeld von ursprünglich 3,50 auf 1,80 Meter zu halbieren. Leider konnte diese Zusage
nicht eingehalten werden. Die tatsächlich durch das Grabungsfeld gezogene Schneise zum
Bau der Fundamente für die Hochwasserschutzmauer hat nun eine Breite von 3 bis teilweise 4,50
Meter. Innerhalb dieser Linie wurden erhebliche Teile der archäologischen Funde zwar ergraben
und dokumentiert, aber letztlich für immer vernichtet.


Nach den Ausführungen von Herrn Professor Militzer, Frau Geurten und Herrn Dr. Trier zu der großen
historischen Bedeutung der archäologischen Funde für Deutz und Köln, bestand mehrheitlich
Einigkeit über die Notwendigkeit einer ihrem Wert entsprechenden Darstellung der Funde und der
Fläche innerhalb des ehemaligen römischen Kastells Divitia, was auch durch zahlreiche Wortmeldungen
aus dem Publikum deutlich wurde.


Schon bei unserer ersten Podiumsdiskussion am 29.11.2010 herrschte Einigkeit, bei Podiumsteilnehmern
und den Bürgern gleichermaßen, in Deutz einen historischen und archäologischen Park zu
errichten.
„Der Verlauf der Kastellmauern soll erfahrbar werden.“
Zitat : Dr. Marcus Trier, kom. Leiter des Römisch-Germanischen Museums in Köln,
anlässlich der 1. Podiumsdiskussion der „BID“ am 29.11.2010
Im Vorfeld zu unserer Veranstaltung vom 13.01.2011 hörte sich das dann doch leider
etwas anders an :
„Es gibt für Deutz keine archäologische Zone, kein Nachbauen historischer Begebenheiten… „
Zitat : Dr. Joachim Bauer, Leiter des Amtes für Landschaftspflege der Stadt Köln,
Quelle : Welt-Kompakt vom 10.01.2011


Nach den Ausführungen von Dr. Trier stellte Dr. Joachim Bauer vom Grünflächenamt der Stadt
Köln und Bauherr des geplanten Rheinboulevards, die aktuellen Änderungspläne des Architektenbüros
Planorama vor, die eine Integration der archäologischen Funde vorsehen. Nach Aussage von
Herrn Dr. Bauer sind diese Änderungspläne vorläufig und dienen als Diskussionsgrundlage.
Leider ist man aber auch bei diesen neuen Planungen des Boulevards und der Freitreppe nicht bereit,
den historischen Gegebenheiten in angemessener Weise Rechnung zu tragen. So soll nach
diesen Plänen von den archäologischen Schätzen von Deutz nichts wirklich sichtbar und erlebbar
gemacht werden. Der mächtige mittelalterliche Wehrturm soll in den Rheinboulevard eingemauert
werden und lediglich durch einen Sehschlitz, einem sogenannten „Archäoskop“, erkennbar gemacht
werden. Die Mauern des römischen Kastells und die Lage der ersten Pfarrkirche von Deutz,
Alt St. Urban, werden dann durch 60 cm breite Betonstreifen in der Oberfläche kenntlich gemacht.
Und der nordwestliche Eckturm des Kastells erscheint weiterhin als Aussichtsloge in der geplanten
Freitreppe, ohne als Teil des eindrucksvollen römischen Kastells erkennbar zu werden. Lediglich
der Unterbau der Drehscheibe des Bergisch-Märkischen-Bahnhofs aus dem 19. Jahrhundert, 3 Bögen
der Bahndammbefestigung und das Reiterstandbild sollen restauriert und sichtbar in Rheinboulevard
und Freitreppe integriert werden.


Kann man hier wirklich von einer ihrem historischen Wert und ihrer geschichtlichen Bedeutung entsprechenden
Darstellung der „Keimzelle von Deutz“ sprechen ?
Die „BID“ sagt NEIN und steht damit nicht alleine. Hier muss neu geplant werden. Und bei diesen Neuplanungen müssen der geplante Rheinboulevard und der Historische Park Deutz gleichwertig behandelt werden.
Die historischen Schätze von Deutz dürfen den Plänen für einen Rheinboulevard nicht mehr untergeordnet werden !


Zu der immer wiederkehrenden Feststellung von Herrn Dr. Trier, man wolle in Deutz
„…keinen Wiederaufbau der archäologischen Funde nach der Art Disneyland, Xanten oder Phantasialand“
kann man nur fragen, ob er den Wiederaufbau der Historischen Altstadt und der Romanischen Kirchen
in Köln nach dem 2. Weltkrieg, wie auch die Restaurierung und Aufmauerung römischer und
mittelalterlichen Mauern im linksrheinischen Köln auch in die Schublade „Disneyland“ stecken will ?
Denn das wäre unseres Erachtens mit der derzeitigen Situation in Deutz und den Forderungen der
BID gleichzusetzen.
Köln, 15. Januar 2011
_______________________________________________________________________________
B I D - BÜRGER FÜR DIE ERHALTUNG DES KULTURELLEN ERBES IN DEUTZ
c/o. Thomas-Georg Tremblau Karlstraße 15 50679 Köln (Deutz)
Telefon 0221-83 00 84 99 Telefax 0221-83 00 84 98 eMail tgt.koeln@gmx.de

 

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Bericht Kölner Stadtanzeiger, Stadtteile 18.01.2010

Zwei Türme und römische Mauern

RHEINBOULEVARD Bürgerinitiative fordert, historische Gebäudereste freizulegen

VON DIRK RISSE

Deutz. Irgendwie sind auch die Grafen von Berg schuld an dieser Podiumsdiskussion. Hätten die Adeligen nicht vor ungefähr 800 Jahren einen Wehrturm am Deutzer Rheinufer als Teil einer Trutzburg gegen die Stadt Köln errichtet, gäbe es heute einen Konfliktpunkt weniger zwischen Stadt und einigen Bürgern. Damals hatten die Grafen den Turm auf einem strategisch wichtigen Areal gebaut - etwa in Höhe der Deutzer Brücke - um den Kölnern den Zugang zum Deutzer Hinterland zu versperren, erläuterte Historiker Klaus Millitzer (Universität Bochum) im Bürgerzentrum Deutz vor 120 Besuchern. Würde man den Turm wieder ausgraben, läge er heute genau in dem Areal, auf dem künftig der Rheinboulevard samt Hochwasserschutzmauer entstehen soll. Genau das wollen aber viele Bürger - und mit ihnen die Initiative "Bürger für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Deutz" (BID): den Turm wieder freilegen lassen.

Der Turm aus dem Hochmittelalter ist nur eines der historischen Gebäude, die teilweise im Deutzer Boden verborgen liegen. Im Bereich des heutigen Rheinboulevards haben in den vergangenen 1700 Jahren viele Baumeister ihre Spuren hinterlassen: Arbeiter stießen auch auf einen römischen Turm, die Grundmauern der in fränkischer Zeit errichteten Kirche St. Urban und die Drehscheibe eines Kopfbahnhofes der Bergisch-Märkischen Eisenbahn aus dem 19. Jahrhundert. Den "Nukleus der rechtsrheinischen Geschichte Kölns", nennt Marcus Trier vom Römisch-Germanischen Museum daher das Areal.

Stadt und Bürger fragen sich, wie sie mit dem historischen Erbe umgehen sollen. Trier und Joachim Bauer vom Grünflächenamt, unter dessen Regie der Boulevard entsteht, stellten die Pläne vor, die das Berliner Architektenbüro Planorama ausgearbeitet und über die der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet hatte. Kernpunkte sind: die Drehscheibe des Kopfbahnhofs freizulegen, die Umrisse der früheren Kirche St. Urban sichtbar zu machen und die Stelle, wo die Reste des römischen Turms in der Erde zu finden sind, mit einem Aufbau besonders zu markieren.

Damit der mittelalterliche Wehrturm von der Hochwasserschutzmauer nicht beschädigt wird, soll der Wall im Süden des Boulevards um einige Meter zurückgenommen werden. Über den - im Boden liegenden - Turm soll ein Aufbau mit Guckschlitz gezogen werden, durch den Passanten einen Blick werfen könnten. Das reicht der BID nicht: Sie wollen nicht nur den mittelalterlichen Wehrturm, sondern auch den römischen Turm und römische Mauern freilegen beziehungsweise neu aufbauen lassen. "Die Mauern gibt es gar nicht mehr", hielt Historiker Trier ihnen entgegen. "Würden sie neu errichtet, sähe das aus wie in Disneyland." Bauer betonte, die städtischen Planungen seien nur vorläufig. Einen politischen Beschluss gebe es noch nicht.

 

 

Bild Kölner Stadtanzeiger 18.01.2011

Drehscheibe der Köln-Mindener / Köln-Gießener Eisenbahn um 1865

Bild aus Scheiner, Bauanlagen der Köln-Gießener Eisenbahn und der Zweigbahn von Betzdorf nach Siegen, Nachdruck .der Ausgabe von 1865 Siegburg Rheinlandia-Verlag

Die Drehscheibe im Rheinboulevard ist jünger und wurde von der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft gebaut - scheint aber ähnlich zu sein.

Das Bild kann unter Deutz historisch Album vergrößert betrachtet werden.